
Southside 2008 Bericht – Teil II (Freitag)
24. Juni 2008Nachdem es im ersten Teil meines Southside-Berichts noch um den Fußball-Donnerstag ging, kommen wir nun zum musikalischen Tag und beginnen mit einem Überblick über den Freitag (nachdem Jürgen in seinem Vakuumraum bereits vorgelegt hat). Hier also meine persönlichen Eindrücke der erlebten Bands.
Bat For Lashes (16:50 – 17:30, Zeltbühne)
Der Opener des Festivals für uns im Zelt (wo es dann recht schnell auch schon recht heiß wurde). Auf der Bühne ein wildes Instrumentarium, wie ich es zuletzt bei Corvus Corax gesehen habe. Die Musik hat mich etwas an Sigur Rós erinnert und dementsprechend hatte das ganze auch so einen Hauch Magie – was durch das Auftreten der Sängerin in wehendem Gewand noch verstärkt wurde. Ganz Toll: Wie sie in dem einen Lied mit einem Stab den Takt auf den Boden geklopft hat – Hallo Schamanin!
Toller Auftakt, der aber in der Nacht bestimmt noch schöner gewesen wäre.
Panteón Rococó (18:00 -18:45, Blue Stage)
Danach ging es rüber zur Blue Stage und zum ersten Konzert in der prallen Sonne. Nach dem tollen Konzert von Karamelo Santo um etwa die selbe Uhrzeit auf dem Southside 2006, hatte ich große Hoffnungen an den Auftritt gehabt. Leider war ich dann aber eher etwas enttäuscht, dass das ganze recht punk-lastig war und nicht der erhoffte, lockere Latino-Ska, der so gut zum Wetter gepasst hätte. Die Stimmung war bei “Esta Noche” auf jeden Fall gut. Ohne dann aber abzuwarten ob noch mein Lieblings-Lied von Panteón Rococó, “La Carencia“, gespielt wird, sind wir daher schon früher gegangen, um noch einen Blick auf Calexico zu werfen. Ein wenig enttäuschend.
Calexico (18:30 – 19:15, Green Stage)
Von Calexico hatte ich mir im Vorfeld kaum etwas angehört, auch wenn es mir schon des öfteren empfohlen wurde. Haben uns etwas weiter hinten hingesetzt und noch das halbe Konzert gesehen. Die Band hat mich mit dem mexikanischen Klängen ein wenig an Tito & Tarantula erinnert. Vom Hocker gehauen hat mich der Ersteindruck nicht. Ganz nett, mal in Ruhe daheim anhören.
Razorlight (19:45 – 20:45, Green Stage)
Nach einer kleinen Schnabulier-Pause mit lecker Curry vom Inder ging es dann vor zu Razorlight. War gespannt wie sie die zwei genialen Studio-Alben live umsetzen würden und muss sagen, dass sie meine Erwartungen übertroffen haben. Das war ein echt toller Auftritt mit einer großen Portion Mitsingen. Bemerkenswert, die “Stadion-Runde” des Frontmans durch den Fluchttunnel
Erstes Highlight des Tages – Toll!
Flogging Molly (20:45 – 21:45, Blue Stage)
Gleich im Anschluss ein Bühnenwechsel zu Flogging Molly an der Blue Stage. Was Panteón Rococó zuvor nicht geschafft hatte, wurde hier dann erreicht. Super Stimmung, entspanntes Tanzen und im Takt hüpfen. Wenn die Musik auch für daheim auf die Dauer etwas eintönig ist, so ist sie Live doch wunderbar. Das zweite Highlight des Tages.
Sigur Rós (21:15 – 22:30, Green Stage)
Vor zwei Jahren war Sigur Rós für mich eine der größten Überraschungen des Festivals, nachts um 1 Uhr unter den Sternen relaxed auf dem Rasen sitzend. Magisch! Dieses Jahr kamen wir etwas zu spät, weil sie sich zeitmässig mit Flogging Molly überschnitten haben. Was ich noch gesehen habe, konnte mich nicht so überzeugen wie damals. Immerhin haben wir “Hoppípolla” noch gesehen! Es war schon schön, aber nicht so magisch wie damals. Liegt vielleicht daran, dass der Wechsel von Flogging Molly hin zu Sigur Rós doch etwas krass ist und dass sie dieses Mal doch recht früh dran waren. Schön, aber letztes Mal schöner.
Radiohead (23:00 – 0:30, Green Stage)
Dann kam Headliner Nummer 1 – Radiohead. Groß bejubelte Band, mit der ich bisher aber irgendwie nicht viel anfangen kann. Außer den Liedern “Karma Police” und “No Surprises” (die ja gerade eher untypisch für Radiohead klingen) taugt mir die Band noch nicht so sehr. Genauso war es dann auch beim Konzert: Super Bühnenshow, aber die Musik ist einfach nicht so mein Fall.
The Kooks (Blue Stage)
Anstatt Radiohead bis zu Ende anzusehen, sind wir lieber früher zu den Kooks gegangen, um einen Platz weiter vorne zu bekommen – Schwerer Fehler! Wir standen zwar vom Blick her hervorragend, doch gab es dann so ein Gedränge, dass man sich nicht wirklich den Kooks zuhören konnte, sondern eigentlich nur damit beschäftigt war, sich zwischen den umherstürzenden (vor allem jungen weiblichen) Massen auf den Beinen zu halten. Ich kam mir vor wie bei nem Take-That-Konzert (nicht, dass ich da schon mal gewesen wäre). Wir haben uns dann nach zwei, drei Liedern aus den Massen rausgekämpft und den Rest des Konzertes von weiter hinten gesehen. Schon viel besser. Hinten hui, vorne Pfui. Höhepunkt war für mich “See The World” gegen Ende. Toll, aber weil selbst so erschöpft, kein Highlight.
Das war es für den Freitag. Ein toller musikalischer Auftakt. Im Nachhinein haben wir uns vielleicht ein, zwei Bands zuviel aufgehalst. Bei den Kooks war ich doch schon ziemlich fertig und müde in den Beinen. Dementsprechend bin ich dann auch nicht mehr ewig in unserem 4-er-Pavillon-Palast gesessen, sondern zum schlafen gegangen.
Im dritten Teil meines Southside-Berichtes folgen morgen der Samstag mit Bands wie Deichkind, den Beatsteaks und den Chemical Brothers.
Gehört: Sigur Rós – Sæglópur (Takk… )


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Wow, wenn ich etwas wenig Bands gesehen habe, dann hast du aber mal so richtig reingehauen
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Wahrscheinlich wäre ein Durchschnitt der von uns besuchten Bands das Richtige gewesen
The Kooks waren wirklich toll — und vom Winkel her betrachtet (besonders, wenn du nachher noch etwas zurück gegangen bist), standest du ganz in meiner Nähe
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[...] — WolkenspielManuel geht die Tage des Southsides Stück für Stück durch (Tag 1, 2 und 3, so far – Tag 4 kommt sicherlich auch bald.) und berichtet, was er von den gesehenen Bands [...]
hehe…ein kleiner “Marathon” war es schon – 21 Bands, wenn ich richtig gezähllt habe (aber auch nicht alle komplett). Wobei es dann halt schade ist, wenn man bei einem Konzert ist, und einem die Füße so weh tun, dass man nicht wirklich mit der Stimmung mitgehen kann.
Das Mittelmaß wäre bestimmt besser gewesen ja – vielleicht kommt ja das nächste mal auch ein Timetable, der einem das erleichtert. Dieses Jahr fiel es mir schon ziemlich schwer, mich bei den Überschneidungen zu entscheiden
Ich komm auch auf so 21-23 Konzerte, wovon ich 14 vollkommen angeschaut hab.
Dafür hab ich am Campingleben nicht aktiv teilgenommen, weil ich von Band zu Band gesprungen bin, wie du selber mitbekommen hast