
Southside 2008 Bericht – Teil III (Samstag)
25. Juni 2008Nach den Berichten von Donnerstag und Freitag folgt mit dem Samstag nun Teil III meines Southside-Berichts. Ebenfalls um den Samstag, aber mit einigen anderen Bands, geht es in dem musikalischen Southside-Bericht bei Vakuumraum.
Der Samstag scheuchte einen gegen 8 Uhr mit Sauna-Temperaturen aus den Zelten. Die einen versuchten, vor dem Zelt weiter zu schlafen, die anderen reihten sich in die immer länger werdenden Schlangen an den Duschen ein. Bei der ganztägigen Sonne bewährten sich unsere Pavillons als angenehme Schattenspender – einen leichten Sonnenbrand im Nacken hatte ich dann aber trotzdem. Nachdem wir am Vortag schon recht früh auf’s Festival-Gelände gegangen waren, ließen wir es nun etwas ruhiger angingen, weil wir noch etwas erschöpft waren und man sich vor den Bühnen nur schlecht verstecken konnte.
Shantel & Bucovina Club Orkestar (14:45 – 15:30, Blue Stage)
Um kurz vor drei begann dann auch für uns der musikalische Part des Festivaltags bei Shantel & Bucovina Club Orkestar. Trotz der brennenden Hitze war hier die Stimmung auf Anhieb hervorragend. Alle um uns herum tanzten, sprangen und sangen – scheint Shantel hat sich schon einige Fans gesichert. Spätestens bei “Disko Partizani” gab es dann auch für den letzten Tanzmuffel kein halten mehr – der Höhepunkt eines großartigen Konzerts. Eindeutiges Highlight, und das so früh am Nachmittag!
Enter Shikari (15:15 – 16:00, Green Stage)
Nach diesem musikalischen Auslug an den Balkan ging es rüber an die Green Stage um noch einen kurzen Blick auf den Auftritt von Enter Shikari zu werfen. Ich hatte mir ihr Album im Vorfeld einige Male durchgehört und war dabei von “Was’n Dreck” zu “Klingt ganz interessant” gekommen. Live war das ganze noch einmal um einiges besser – die Jungs auf der Bühne und davor sind gut abgegangen. Anstatt bis zum Ende zu bleiben sind wir dann aber doch lieber zurück zu den Zelten um uns im Schatten auszuruhen und das ein oder andere kühle Bier aus unseren selbstkühlenden Luxus-Fässern zu gönnen. Interessante Musik, gute Live-Performance.
Patrice (19:00 – 20:00, Blue Stage)
Da Schatten und kühles Bier doch sehr verlockend waren und wir bei unserem Zelt auch noch eine vorzügliche “Percussion-Session” mit Djembe, Mülltonne, Megaphon, Töpfen und Dosen hatten, ging es erst bei Patrice wieder auf’s Festivalgelände. Ich kannte eigentlich nur sein erstes Album, das mir damals aber recht gut gefallen hatte. Live war alles dann etwas tanzbarer, kam aber nicht an die Konzerte von Gentleman heran. Schöne Reggae-Einlage mit Platz nach oben.
Deichkind (20:45 – 22:00, Blue Stage)
Zurück bei den Zelten sind wir wieder beim kühlen Bier hängen geblieben und haben so leider das erste “Remmidemmi” von Deichkind “verpasst” – d.h. als es kam hat bei uns trotzdem der ganze C8 getanzt. Mit etwas Verspätung sind wir dann an die Blue Stage gekommen – aufgrund der Massen etwas weiter hinten. Aber auch dort war es eine super Stimmung und spätestens beim zweiten Remmidemmi tanzte auch hier alles. Ein Schlauchboot, das in Stage-Diving-Manier über das Hände-Meer fuhr und Trampolin-Springende Sänger sorgten für eine sehenswerte Show. Klasse Stimmung, gerne wieder – und dann ganz!
Beatsteaks (22:30 – 0:30, Green Stage)
Danach ging es rüber an die Green Stage, um einmal die von vielen Seiten hoch gelobten Live-Qualitäten der Beatsteaks zu testen. Diese kann ich im Nachhinein nur bestätigen. Schade nur, dass nach dem sonnigen Tag meine Tanzbeine ziemlich erschöpft waren. Auch wenn ich nicht viele Lieder kannte, war es doch eine gute Show. Schade, dass das Bühnen-Duett mit den Jan-Delay-Zuschauern nicht geklappt hat. Als die Beatsteaks verkündeten, dass Holland gerade ausgeschieden wäre, da konnten wir das gar nicht glauben – erst später – nach erneuter Verifikation durch das Internet – haben wir es dann “akzeptiert”. Tolle Show, leider müde Beine.
The Chemical Brothers (0:30 – 2:00, Blue Stage)
Auf dem Rückweg zum Zelt haben war noch ein Stopp bei den Chemical Brothers eingeplant. Die legten auch mit einer fulminanten Laser/Leinwand-Show los – am krassesten war so ein gigantisches Clowns-Gesicht auf allen Video-Leinwänden. Von den Liedern hab ich sogar mehrere gekannt, z.B. “Do it again“, “Galvanize” oder “Hey Boy, Hey Girl“. Wären meine Beine noch fit gewesen, wäre ich wohl zum Tanzen weiter nach vorne gegangen – aber so blieb wieder die Zuschauerrolle weiter hinten. Es hat mich etwas enttäuscht, dass man die zwei DJs nicht wirklich gesehen hat, bzw. die auch nicht irgendwie sichtbar in Aktion getreten sind. Insofern war es leider wie “Partyzelt-Open-Air” – ein DJ legt sein Tape ein und fertig. Beeindruckende Effekt-Show einer unsichtbaren Band.
Da man von C8 immer noch einen guten Blick auf die Video-Wände der Blue Stage hatte, sind wir etwa bei der Mitte des Konzerts zurück in Richtung Zelte gewandert, um von dort noch den Rest zu verfolgen. Die Beine waren dankbar für jede Sitzgelegenheit und die Kehle nach diesem langen, heißen Tag dankbar für jede Erfrischung. Bevor ich dann in’s Bett bin, habe ich noch die späte Stunde genutzt um ohne Schlange duschen zu gehen – was ich am nächsten Tag dann mit einer leicht verschnupften Nase bezahlt habe. Dafür war ich frisch gewaschen
Morgen folgt mit dem Sonntag der letzte Teil meines Southside-Berichts. Ihr habt auch vom SoSi 2008 berichtet? Irgendeine Band, die ich eurer Meinung nach Freitag, Samstag unbedingt hätte sehen sollen?


Shantel & Bucovina Club Orkestar: Habe ich mir zu Hause probiert anzuhören– aber weil mir Balkanbeats generell ziemlich auf die Eier gehen, bin ich da schon ziemlich schnell ausgeschieden… nervt einfach nach einer Zeit! Aber “Disko disko partisani” ist SEHR geil. Da hab ich auch unter unserem Pavillon getanzt
.
Deichkind: Wir standen ja etwas weiter vorne, da hat man gar nicht mitbekommen, dass es hinten noch SO voll war! Krass!
Ewig kann ich mir’s auch nicht anhören – aber live waren die auf jeden Fall ein Erlebnis – klasse Stimme
Ja, bei Deichkind ärgerts mich auch im Nachhinein, dass ich net bissi weiter vorne war – die Schlauboot-Trampolin-Show war bestimmt klasse von nah!