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Southside 2008 Bericht – Teil IV (Sonntag)

26. Juni 2008

Im vierten Teil meines Southside-Berichts (Teil I, II, III) kommen wir nun zum Sonntag, der nochmal mit einem Haufen guter Bands dienen konnte. Man hat den ganzen Tag schon überall gemerkt, dass es „der letzte Tag“ ist“: auf einmal werden Müllsäcke gefüllt, die ersten Pavillons werden zusammengepackt, eine allgemeine Erschöpfung macht sich breit – und die Jünger des „Krawallkults des letzten Tags“ folgen ihren heiligen Geboten, die da etwa wären:

  • 1) Du sollst deinen Müll anzünden
  • 2) Nachdem Securities deinen Müll gelöscht haben – Zünde ihn erneut an
  • 3) Du sollst am letzten Tage eine Dixie-Toilette umstürzen
  • 4) Du sollst deinen Pavillon abbauen – indem du ihn zerstörst und über den halben Platz verteilst.
  • 5) …

… und noch viel mehr. Ich kann ja verstehen, dass man am letzten Tag nochmal etwas Spaß haben will, und ich finde es ja toll, wenn (wie bei uns geschehen) man mit dem Müll, bevor man ihm seinem endgültigen Schicksal im schwarzen Müllsack übergibt, noch einmal eine  ausgelassene Percussion-Messe zelebriert. Aber ich kann es nicht verstehen, warum einige Festival-Besucher den letzten Tag nützen müssen, um nochmal all ihre assozialen Gelüste auszuleben. Ein bisschen mehr Menschenverstand und Anstand wäre da doch angebracht. Aber jetzt genügend gemeckert, ich widme mich wieder der Musik (von der es auch am Sonntag wieder jede Menge gab):

 

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The Wombats (14:45 – 15:30, Blue Stage)

An die Wombats geht auf jeden Fall schon mal der Preis für das trolligste Bandlogo :) Auch entsprechend lustige (Girlie-)Shirts gab es von der Band im Merchandise-Shop. Nach dem guten Auftritt der Wombats sind danach bestimmt auch noch die letzten weggegangen. Die Band hat mir wirklich gefallen (zumal sie auch noch mit einem recht frühen Nachmittags-Zeitpunkt gehandicapt war). Mit Liedern wie „Backfire at the disco“ und „Let’s dance to joy division“ haben sie auch um die Uhrzeit für Party gesorgt. Schön, das nächste mal später bitte!

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The Subways (16:00 – 17:00, Blue Stage)

Und gleich nach The Wombats kamen The Subways – die nächste „The“ Band (erinnert mich immer wieder an das geniale Sum 41 Video zu „Still Waiting“ in der sie die „The“-Manie verarschen). Hier ging’s auch gut ab – „Rock & Roll Queen“ kannte ja eh dank der Video-Reklame das ganze Festival auswendig (der Text is’ ja auch nicht der schwerste).  Der Sänger Billy hat sich ordentlich bemüht dem Publikum anzuheizen, während die Kamera-Männer immer wieder versucht haben der blonden Charlotte unter den Minirock zu filmen (tststs ^^). Am Ende hat dann noch der Schlagzeuger sein Instrument zerstört – Tolle Show, mit noch Potential nach oben.

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Biffy Clyro (17:30 – 18:45, Zeltbühne)

Anschließend ging es in die schattige aber stickige Zeltbühne zu den Schotten von Biffy Clyro. Die wurden im Vorfeld auch noch einmal von den Wombats und den Subways empfohlen, standen aber auch schon so auf meiner Liste, da ich mir ihre Musik die letzte Zeit intensiv angehört hatte. Das Konzert war im Zelt von der Atmosphäre her sehr gut, ich hätte mir nur ein wenig mehr „Interaktion“ zwischen Band und Publikum gewünscht. Ich mein, sie müssen ja nicht einen auf Entertainer machen, aber nur auf die eigenen Stromgitarren starren, die Haare als eisernen Vorhang vor das Gesicht hängen und gerade mal ein „Thank you“ zu vermelden, wirkte dann auf mich doch irgendwie nach einem „hingeklatschten“ und etwas unmotivierten Auftritt. Ich würde drauf wetten, dass die in Schottland anders abgehen. Egal – ich konnte das grandiose „Living is a problem because everything dies“ live erleben und auch sonst waren Biffy Clyro musikalisch hervorragend. Gutes Konzert, aber mit etwas unmotivierter Band.

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Kaiser Chiefs (18:00 – 19:15, Green Stage)

Nach Biffy Clyro konnte ich von recht weit hinten noch ein wenig von den Kaiser Chiefs sehen. Im Vorfeld hatte ich nicht viel Gutes über deren Live-Auftritte gehört und ich muss sagen, wirklich von den Socken gehauen hat es mich auch nicht. Der Funke springt irgendwie nicht so groß rüber auf das Publikum, wie ich es aus Indie-Discos sonst gewöhnt bin („Every day I love you less and less“ war einer der Kracher während meinem Erasmus-Jahr in Bilbao). Bonus Punkte gab’s auf jeden Fall für den Sprint des Lead-Sängers zum Feuerwehrtruck. Die Energie hätte er aber lieber auf der Bühne abrufen sollen. Mäßig – bringen in der Disco mehr Stimmung.

 

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Billy Talent (19:45 – 21:00, Green Stage)

Beim Southside vor zwei Jahren hab ich sie noch nicht gekannt – dann kennengelernt, und rauf und runtergehört (noch heute Platz 3 in meinem last.fm Profil)  und irgendwie auch satt gehört. Jetzt zwei Jahre später hatte ich erneut die Chance gehabt Billy Talent zu sehen – und alle Befürchtungen von wegen „ich hab mich satt gehört“ sind schnell verflogen. Ein wirklich super Konzert mit einem Leadsänger Benjamin, der die besten Sprüche des Festivals losgelassen hat („Feuer her!“ statt Feuerwehr als er von den Fans Deutsch gelernt hat). Er ist das ganze Konzert mit seinen Stimmbändern wirklich nicht zimperlich umgegangen – krass. Bei den gespielten Liedern war alles wünschenswerte dabei, wobei das tolle „Pins and Needles“ live leider nicht so toll rüberkam. Egal – Super Konzert, definitiv ein Highlight, wenn nicht sogar DAS Highlight des ganzen Southside 2008.

 

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Maxïmo Park (21:00 – 22:00, Blue Stage)

Sitzend, mit müden Beinen und von etwas weiter weg haben wir uns dann Maxïmo Park angeschaut. Schien von weitem ein tolles Konzert gewesen zu sein – ärgerlich, dass die Füße nicht mehr mitgemacht haben. Vor zwei Jahren hatte ich sie nicht gesehen, weil gleichzeitig Manu Chao spielte. Nächstes mal, wenn Beine wieder fit, ein Pflichttermin!

 

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Foo Fighters (22 – 23:30, Green Stage)

Als Abschluss des Festivals gab es dann noch die Foo Fighters. Wieder so ein Headliner, der von vielen schon heiß erwartet wurde, und von dem ich nur ein zwei Lieder kannte (z.B. „Learn to fly“). Dementsprechend (müde Beine bedingt) unmotiviert bin ich in das Konzert hineingegangen und dann auch schon früher wieder hinaus. Die Musik war zwar auf den ersten Eindruck ganz vielversprechend, aber ich hab dann doch lieber meine früher abreisenden Freunde noch ein paar Meter begleitet und noch den letzten Festival-Abend in unserem Pavillon-Heim ausklingen lassen. „Gesehen und abgehakt“ – dabei sein war alles! Wohl gutes Konzert, mit den Foo Fighters muss ich mich aber erst noch anfreunden.

So – Schön war’s! Ein echt tolles Festival, mit super Konzerten und vielen netten Leuten, genialem Wetter (fast zu heiß) und einem Haufen schöner Erlebnisse, die mir gut in Erinnerung bleiben werden :)

Und das soll’s dann auch schon für’s erste mit meinem Southside-Bericht gewesen sein. Wenn ihr noch mehr Nachberichte über das Festival lesen wollt, werdet ihr bei andisblog bestimmt fündig.

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